Von den Wurzeln der Erlebnispädagogik …

In ihrem Wesen geht die Erlebnispädagogik, die als pädagogisch philosophisches Konzept Erziehungsmethoden und Zugänge seit Beginn des 18. Jahrhunderts reformiert hat, auf unterschiedliche Vordenker und Väter zurück. Besonders bedeutend war Jean-Jacques Rousseau, der für eine „natürliche Erziehung“ plädierte und mit der Erkenntnis „Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt, alles entartet unter den Händen des Menschen“ vielmals mit der Forderung „Zurück zur Natur“ zitiert wird. Rousseau geht mit der Annahme, „Leben heißt nicht Atmen, sondern Handeln“ davon aus, dass der Mensch durch drei Dinge erzogen wird: Die Natur, die Dinge oder die Menschen, wobei den Menschen die Verantwortung zuteil wird, die Erziehungsgewalt der Natur und der Dinge zu stärken. Als Quintessenz bleibt, dass unmittelbares Handeln (in der Natur) zu Erlebnissen führt, die einen hohen erzieherischen Wert beinhalten.

Im 20. Jahrhundert wird das Erlebnis zum methodischen Grundbegriff der modernen Pädagogik. Kurt Hahn diagnostizierte Verfallserscheinungen, die auch heute noch oft als Vorwurf an die Jugend zu hören sind. Es mangle ihr an menschlicher Anteilnahme, die körperliche Tauglichkeit verfalle, zudem gäbe es einen Mangel an Initiative und Spontaneität und Sorgsamkeit. Seine erlebnistherapeutischen Konzepte sind auch heute noch weitläufig verbreitet und prägen unterschiedliche erlebnispädagogische Zugänge.